Waldrallye

Unter der Federführung von Norbert Freund wurde in der Grundschule Lackenhäuser für die 3. Klassen eine Waldrallye durchgeführt. Eine super Veranstaltung, von der nicht nur die Schüler, auch die Lehrer und die Mitwirkenden begeistert waren.

Jägervorsitzender verteidigt im PNP-Gespräch seinen Stand – „Die Verantwortung liegt bei den Haltern“

„Der Schuss ist das allerletzte Mittel“

Jägervorsitzender verteidigt im PNP-Gespräch seinen Stand – „Die Verantwortung liegt bei den Haltern“

Norbert Ranzinger ist Vorsitzender der Wolfsteiner Jägerschaft – das Bild zeigt ihn beim Aufstellen von Warn-Konstruktionen, die Jungtiere vor der Mahd aus den Wiesen treiben sollen. − Foto: Reitberger

Norbert Ranzinger ist Vorsitzender der Wolfsteiner Jägerschaft – das Bild zeigt ihn beim Aufstellen von Warn-Konstruktionen, die Jungtiere vor der Mahd aus den Wiesen treiben sollen. − Foto: Reitberger

Jandelsbrunn. Auf Facebook kochen die Emotionen hoch. Der Jäger, der Hündin Minou erschossen hat, wird unflätig beschimpft, zur Zielscheibe gemacht. Die Kommentare sind wegen ihrer Wortwahl und Vorverurteilung an dieser Stelle nicht zitierfähig. Ob sich der Schütze tatsächlich etwas zu Schulden hat kommen lassen, muss die Polizei klären. Zum Schutz des Jägers nennt sie weder seinen Namen noch sein Alter. Die Heimatzeitung hat deshalb bei Norbert Ranzinger, dem Vorsitzenden der Wolfsteiner Jägerschaft, nachgefragt. Er gibt ein allgemeines Bild zur Situation.
Herr Ranzinger, der Aufschrei ist groß, nachdem ein Jäger die Hündin der Familie Braun erschossen hat.

Norbert Ranzinger: Zu allererst: Ich finde es sehr schade, dass so etwas passiert ist und bedauere es sehr, dass der Hund zu Tode gekommen ist. Wir haben im Landkreis leider immer wieder und teilweise seit Jahren Probleme mit freilaufenden Hunden – Fälle zuhauf. Ich muss aber auch ganz deutlich sagen: Die Verantwortung dafür trägt allein der Hundebesitzer. Er ist das eigentliche Problem – nicht der Hund und schon gar nicht der Jagdschutzbeauftragte.

Wie das?

Ranzinger: Hunde sind Haustiere und heutzutage auch Familienmitglieder. Aber viele haben vergessen: In jedem Hund steckt ein Wolf. Und ein Wolf will Beute machen. Dabei ist die Rasse des Hundes ganz egal. Die Gefahr, die von ihm ausgeht, ist vielmehr von seiner Größe abhängig, ob er hochläufig ist, also lange Beine hat. Gerade im Winter ist die Gefahr für das Wild sogar noch größer. Ein Hund läuft auf dem Schnee, Rehe sinken aufgrund ihrer Hufbeschaffenheit dagegen ein. Das kostet sie Kraft, sie ermüden schneller und werden zu leichter Beute.

Stellen also nur große Hunde eine Gefahr für das Wild dar?

Ranzinger: Nein. Auch kleine Hunde, wie der Dackel, können einem Reh gefährlich werden. Aber nur indirekt. Sie reißen das Wild zwar in der Regel nicht, jagen es aber. Auf der Flucht vor dem Hund hat das Reh ein deutlich höheres Energielevel. Das führt dazu, dass es mehr fressen muss, insbesondere die Triebe junger Bäume, was wiederum dem Wald schadet. Das kann einer der Gründe sein, dass am Ende die Jäger mehr Rehe erlegen müssen.

„Hund des Öfteren beim Jagen beobachtet“ Und wenn ein Jäger eine Situation sieht, in der ein Hund z.B. ein Reh jagt, schießt er?

Ranzinger: Dass ein Jäger tatsächlich auf einen Hund schießt, passiert äußerst selten. Spontan fällt mir da in unserem Landkreis in den letzten Jahren kein solcher Fall ein. Einen Hund zu erschießen, ist das allerletzte Mittel. Wir Jäger sind immer bestrebt, die Situationen mit Hundebesitzern ohne Anzeige zu regeln. Das ist ein Thema, mit dem sehr verantwortungsvoll umgegangen wird.

Im „Fall Minou“ war der Schuss dann das letzte Mittel?

Ranzinger: Ich hab mit dem betroffenen Jäger nach dem Vorfall nicht persönlich gesprochen. Ich weiß aber von mehreren Zeugen, dass einer oder sogar mehrere Hunde der Familie des Öfteren beim Jagen bzw. Wildern beobachtet wurden. Sie sind im Revier bekannt. In Jandelsbrunn herrscht Leinenpflicht. Die Familie wurde vom zuständigen Jagdpächter mehrfach aufgefordert, ihre Hunde nicht frei laufen zu lassen. Und das immer wieder seit mindestens eineinhalb Jahren.

Minou ist über den Gartenzaun entwischt…

Ranzinger: Das halte ich für eine Schutzbehauptung. Man beachte dabei, dass es bereits Nacht war, als die Hunde einfach ins Freie gelassen wurden. Als Halter ist es meine Pflicht dafür zu sorgen, dass mein Hund nicht abhauen kann. Erst recht, wenn in der Gemeinde Leinenpflicht besteht. Meiner Meinung nach müssen Halter von Hunden, die eine Schulterhöhe von 50 Zentimetern oder mehr haben, bei Verstößen zur Rechenschaft gezogen werden. Grundsätzlich halte ich es für unverantwortlich und nicht tragbar, dass Hundebesitzer ihre Einwirkung auf das Tier nicht umsetzen können.

„Jagdschutzbeauftragter ist dazu verpflichtet“ Wenn Minou tatsächlich als „wildernd“ bekannt war, hat dann der Jäger vielleicht absichtlich geschossen? War es nach rund eineinhalb Jahren des gut Zuredens das letzte Mittel?

Ranzinger: Ich denke, dass sich die Situation für den Jäger wie folgt zugetragen hat: Es war dunkel und ein Hund „XY“ hat Wild angejagt. Erkennbar war sicherlich nur, dass es ein großer Hund war – nicht Rasse oder Fellfarbe. Und diesbezüglich herrscht auch eine rechtliche Absicherung. Ein Jäger greift mit höchster Wahrscheinlichkeit nur ein, wenn Gefahr für das Wild besteht. Und als Jagdschutzbeauftragter ist er dazu sogar verpflichtet. Im „Fall Minou“ kommt hinzu, dass sich das Ganze an einem Futterplatz zugetragen hat.

Warum macht das den Fall klarer?

Ranzinger: Ich kann nur mutmaßen, weil ich nicht dabei war. Wenn die Windrichtung passt, erkennt ein Hund ein Reh bis auf 200 bis 300 Meter am Geruch. Er kriegt das Reh in den Wind, wie es in der Jägersprache heißt. Läuft ein Hund gezielt auf eine Futterstelle zu, sehe ich es deshalb praktisch als nachgewiesen an, dass er Wild angejagt hat.

Läuft ein Hund an eine Futterstelle, ist das schon Wilderei?

Ranzinger: Ein freilaufender Hund, auch an einer Futterstelle, der eine Fährte aufnimmt, wittert oder das Wild sogar verfolgt – das fällt alles unter Wilderei. Und wie gesagt, in Jandelsbrunn herrscht außerdem Leinenzwang. Ich rate grundsätzlich jedem Jäger davon ab, auf einen nachweislich wildernden Hund, auch in entsprechender Größe zu schießen. Sieht er es aber als letzte Konsequenz, ist es eine rechtlich abgesicherte Option. Die Tierliebe und der Tierschutz darf nicht beim eigenen Vierbeiner aufhören. Ich habe schon genügend Bilder von schlimmstens zugerichteten Bambis gesehen, aber bei schutzlos gerissenen Wildtieren scheint die Tierliebe keine Rolle zu spielen. Ich ziehe es vor, gegen solche unverbesserlichen Hundehalter rechtlich vorzugehen.

„Schutz von Wildtieren vor wildernden Hunden“ Die Familie hat gegenüber der PNP geäußert, dass der Jäger als Begründung für den Schuss angeführt habe, dass er bis zum 15. Januar noch sieben Rehe schießen müsse. Und dann komme der Hund daher, der sie ihm alle vertreibt.

Ranzinger: Das kann wenn dann nur eine allgemeine Aussage gewesen sein, da bekanntlich mindestens ein Hund der Familie für Unruhe im Revier sorgt. Der Gesetzgeber schreibt genau vor, zu welcher Tageszeit Rehwild erlegt werden darf – nämlich bis eineinhalb Stunden nach Sonnenuntergang. Vereinfacht heißt das: nicht in der Dunkelheit. In diesem aktuellen Fall war der Jäger auf Fuchs-Ansitz. In seinem Revier. Aber grundsätzlich würde ein Jäger niemals aus wirtschaftlichen Gründen einen Hund erschießen. Hier geht es ausschließlich um den Schutz von Wildtieren vor wildernden Hunden.

Qualifizierte Radium-Cäsium Messstelle

Qualifizierte Radium-Cäsium Messstelle

ACHTUNG: Neuer Standort der Meßstation

Ab 10. November 2017 wird unsere Radium-Cäsium Meßstation im Haus der Wolfsteiner Jägerschaft e.V., Höpplhof 2, 94065 Waldkirchen betrieben. Dies ist ein neuer Meilenstein in der Geschichte der Kreisgruppe, denn mit Fertigstellung der Konfiskatstelle, voraussichtlich im Dezember 2017, wird es die gewissenhafte Entsorgung und Messung von Wildfleisch wesentlich vereinfachen, denn dann sind Meßstelle und Konfiskatstelle in einer Einrichtung untergebracht.

„Messen und Entsorgen unter einem Dach“

Betrieben wird die Meßstelle künftig von Josef Nusser Mobil 0151/240 38 124,
oder josef.nusser@wolfsteiner-jaegerschaft.de

Den Vordruck „Antrag auf Schadensausgleich nach Vergleichsrichtlinie zu § 38 Abs. 2 Atomgesetz: Wildbret“ finden Sie unter: „Formulare zum Download“