Tularämie

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Wie gefährlich ist die Hasenpest?

 

  • Jäger aus der Oberpfalz sind offensichtlich an der Hasenpest erkrankt
  • Hasenpest oder Tularämie kann auch auf den Menschen übertragen werden
  • So können Sie sich schützen
  • Ist auch das Wildbret vom Hasen gefährlich
  • Was tun, wenn der Verdacht der Infektion besteht

 

Ensmannsreut, 13.11.2018: Neun Jäger aus der Oberpfalz haben sich  auf einer  Treibjagd mit dem Erreger der Hasenpest angesteckt, erklärt Norbert Ranzinger Vorsitzender der BJV-Kreisgruppe Wolfsteiner Jägerschaft „Die Tularämie, umgangssprachlich Hasen- oder. Nagerpest genannt, ist eine bakterielle Infektionskrankheit bei Säugetieren, die vor allem bei frei lebenden Nagetieren und Hasen und Kaninchen fast immer tödlich verläuft. Verursacht wird die Tularämie von Bakterien der Art Francisella tularensis. Das Besondere daran: Die Tularämie zählt zu den so genannten Zoonosen. Das heißt, der Erreger kann vom Tier auf den Menschen übertragen werden.“

 

Übertragung auf den Menschen

Der Ausbruch der Krankheit ist beim Menschen jedoch ein eher seltenes Ereignis, aber auch Katzen, Hunde, Schafe, Rinder, Pferde oder Vögel erkranken eher selten an der Tularämie. Beim Robert-Koch-Institut wurden 2017 deutschlandweit 52, in Bayern 13 Tularämie-Fälle bei Menschen gemeldet. Im Jahr 2017 wurden in Bayern 26 Feldhasen untersucht, 10 davon waren positiv. Allerdings gehen die Wissenschaftler von einer höheren Dunkelziffer aus.

Aktuell wurde auch bereits im Raum Passau mindestens ein positiver Fall von Hasenpest bestätigt.

Ein Kontakt mit kranken Tieren kann – wie offenbar in der Oberpfalz geschehen – zu einer Infektion führen. Sehr wahrscheinlich ist dies Ende Oktober im Landkreis Nabburg beim Versorgen der erlegten Hasen, als sie die Hasen ausgeweidet haben,  nach einer gemeinsamen Treibjagd den Jägern passiert,.

Wie kann ich mich schützen?

Der beste Schutz sind Hygienemaßnahmen, sagt Vorsitzender Ranzinger „Beim Aufbrechen deshalb bitte unbedingt Handschuhe tragen und nicht zu nah mit dem Gesicht an den Wildkörper kommen.“ Ein geeigneter Mundschutz, auch für das spätere Abbalgen, ist sehr empfehlenswert. Verhaltensauffällige oder tote Tiere sollten grundsätzlich nur mit Handschuhen angefasst werden.

Wie gefährlich ist es Wildbret vom Hasen zu verzehren?

Das Fleisch von Hasen und Kaninchen kann ohne Probleme verzehrt werden, wenn es gut durchgegart wird. Selbstverständlich sollte man wie bei allen Fleischprodukten die Küchenhygiene „hochhalten“ und sich nach dem Zubereiten des rohen Fleisches immer gründlich die Hände waschen.

Was tun, wenn Verdacht auf eine Infektion besteht?

Die Hasenpest äußert sich in der Regel zu Beginn der Krankheit mit grippeähnlichen Symptomen, wie Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Jäger aus der Oberpfalz haben alles richtig gemacht, sie sind bei den ersten Krankheitsanzeichen sofort zum Arzt gegangen. Wenn die Krankheit frühzeitig erkannt wird, lässt sie sich gut mit Antibiotika behandeln.

„Anlass zur Hysterie“ so Norbert Ranzinger „ besteht auf keinen Fall, aber  ich rate allen zu  vernünftiger Vorsicht.“

Das Gemeinschaftsjagdrevier Böhmzwiesel hat die diesjährige Treibjagd abgesagt.

Aufgrund der aktuellen Entwicklung und um möglichst alle Risiken einer Ansteckung auszuschließen, haben sich die Jagdpächter des Gemeinschaftsjagdreviers Böhmzwiesel darauf geeinigt, die am kommenden Wochenende bevorstehende Treibjagd abzusagen. „Kein vernünftiger Hundeführer und Jäger sollte sich diesem Risiko bewusst aussetzen“, so der Kreisvorsitzende und Jagdpächter Norbert Ranzinger, „vielmehr sollte aufmerksam,  mit Bedacht und größter Sorgfalt die Entwicklung beobachtet werden“ führt er weiter aus.